Antennagate: “Bumper Aktion” eine gute Lösung sieht anders aus
Apple schenkt seinen durch die Antennenproblematik verärgerten iPhone 4 Usern eine Plastikhülle (Bumper) und sieht damit das “Antennagate” Problem beseitigt. In einer eigens einberufenen Pressekonferenz betont Steve Jobs, dass man alle seine User glücklich und zufrieden sehen möchte. Daher habe man sich entschieden kostenfreie Plastikummantelungen auszugeben, die eine bessere Abschirmung der iPhone 4 Antennen ermöglichen. Zudem berichtete der Apple Boss in diesem Rahmen von einer 17 köpfigen Akademiker Mannschaft und einem 100M$ Antennentestlabor, die Apple eigens für das Design von entsprechenden Antennen unterhalte. Auch die Konkurrenz bekam in der Pressekonferenz vom 16.7. ihr Fett weg. So demonstrierte Steve anhand Konkurenzprodukten von HTC,Samsung und RIM, dass auch diese Geräte, sofern man sie falsch hielte, einen Signalverlust hinnehmen müssten.

In meinen Augen verspielt sich Apple in dieser Sache einiges an Reputation. Es ist schon klar, hält man ein Mobiltelefon fest in der Hand, es zu Signalverlust durch Abschirmung kommt. Dabei ist es aber ein Unterschied ob man diese Abschirmung wie beim iPhone 4 auch mit Daumen und Zeigefinger herbeiführen kann oder ob man das Telefon in einer geballten Faust verschwinden lässt. Apples Videobeweise über den Signalverlust bei anderen Smartphones erinnern ein wenig an einen mäßigen Kartenspielertrick. Abgesehen davon ist es einfach keine feine Art die Produkte der Konkurrenz für die eigenen Unzulänglichkeiten an den Pranger zu Stellen. Denn selbst wenn RIM, HTC und Samsung das selbe Problem haben, ist dies keine Entschuldigung dafür, dass ein 800 Euro teures Telefon aus dem Hause Apple, mit dem Anspruch an Perfektion, den gleichen Designfehler aufweist. So ist es kaum verwunderlich dass auch nach der Pressekonferenz Consumer Reports (Stiftung Warentest in den USA) weiterhin vom iPhone 4 Kauf abrät. Zwar begrüßte man die kostenlose Verteilung von Bumpern, am Produktfazit ändert dies jedoch nichts. Auch der Verweis auf eine 17 köpfigen Akademiker Mannschaft und ein gigantisches Antennentestlabor, weisen eine gewisse Arroganz vor. Denn die unterschwellige Botschaft lautet, derjenige dem derartiges nicht zur Verfügung stehe, könne nicht glaubhaft über die Problematik urteilen. Ich habe weder in Antennenphysik promoviert, noch ist mein Heim in irgendeiner Form als Antennentestlabor geeignet, trotzdem kann ich feststellen, dass mit meinem iPhone 3GS heimisches telefonieren problemfrei möglich war, mit iPhone 4 hingegen nicht. Zudem stellt sich mir die Frage wie Nutzer von Freisprecheinrichtungen und iPhone 4 Zubehör auf den Bumperzwang reagieren. Fest steht, dass derartigs Zubehör nicht bumperkompatibel produziert wird, was heißt, das Mobiltelefon vor jeder Nutzung von seinem aufgezwungenen Kleid zu befreien. Eine komfortable Lösung sieht anders aus. Natürlich bietet Apple fairerweise die Rücknahme des Gerätes an, leider wird man so dem eigenen Anspruch alle seine User glücklich und zufrieden machen zu wollen nicht gerecht!

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